"Was ist das zentrale Anliegen des Zen? Die Neugeburt und Verwandlung des Menschen aus der Erfahrung des Seins. Zen lehrt uns den Weg zur Befreiung unseres Wesens aus den Fesseln des weltunabhängigen Ichs. Zen lehrt es nicht mit den Mitteln eines analytischen, schlussfolgernden Denkens, auch nicht in der Form eines dogmatischen Glaubens oder einer spekulativen Metaphysik, sondern als Weg der Erfahrung und Übung."

                                                                        Karlfried Graf Dürckheim in: Wunderbare Katze - und andere Zen-Texte, Bern 1964, S. 5

Den  Weg ergründen heißt:   sich selbst ergründen.
Sich  selbst  ergründen  heißt:   sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen  heißt:   von den zehntausend Dingen bezeugt werden.
Von den zehntausend  Dingen bezeugt  werden  heißt:  

Körper und Geist von sich selbst  und den anderen fallen lassen.
Die Spuren des Erwachens  lösen sich auf,  und die aufgelösten Spuren  des Erwachens führen endlos fort.

 

Dōgen Zenji  (1200-1253)

Solange Du Dich mit dem Unbeständigen identifizierst,  mit dem,  was kommt und geht,  leidest Du.
Wenn Du erkennst, dass Du der offene Raum des Gewahrseins bist,  in dem sich alles ereignet,  

hört alles Leid und alle Angst auf.

 

vgl. Sylvia Wetzel: Sieben Schritte zum Erwachen oder die Schule der Tauben