The summary of the K.E.K.S concept in English can be downloaded at the bottom as a PDF file!
K.E.K.S wurde im Schuljahr 2008/09 als ein neues (Pflicht-)Schulfach (70 Minuten pro Woche im Vormittagsbereich) am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn für die gesamte fünfte Jahrgangsstufe eingeführt. Darüberhinaus stand ab 2010 ein spezielles Übungsprogramm zur Entspannung und Konzentration für alle Jahrgangsstufen und Unterrichts-fächer („K.E.K.S im Klassenraum“) zu Verfügung. K.E.K.S lässt sich auch in AG's unterrichten, kommt in den Mittagspausen zum Zuge und kann ebenso erfolgreich innerhalb von Projekttagen eingesetzt werden.
1. Zur Begründung des Faches: Bei Kindern und Jugendlichen haben Wahrnehmungs-, Verhaltens- und Lernstörungen in den letzten zehn Jahren
zugenommen. Innere und äußere Unruhe, ein emotionales und auch mentales „Überdreht-Sein“, ver-schiedene Formen von Über-Aktivität und die Unfähigkeit, bei sich selbst – und
damit präsent – sein zu können sind vermehrt anzutreffen. Neben dem Rückgang der Körper-Koordinationsfähigkeit, der räumlichen Vorstellungskraft und dem eigenständigen emotionalen
Ausdrucksvermögen ist besonders ein Verlust an Konzentrationsfähigkeit zu beklagen. In unserer schnelllebigen, medienüberfrachteten, reiz- und kommunikationsüberfluteten Zeit ist es
schwierig geworden, mit der maßlosen Fülle der Informationen umzugehen. Damit verbunden ist die ständige Gefährdung, wie durch eine „Zentrifugalkraft“ aus der eigenen Mitte heraus
zu sehr in die Außenwelt hineingezogen zu werden, wodurch im Zuge starker Fremdbestimmungen und oberflächlicher Identifizierungen der eigentliche Selbstfindungsprozess
erheblich behin-dert wird. Wir möchten mit unserem neuen Fach und auch mit dem Übungsprogramm, das in den Unterrichtsstunden aller anderen Fächer durchgeführt werden kann, einen
Beitrag zum Ausgleich der oben aufgeführten Tendenzen leisten.
2. K.E.K.S-Lernziele: Verschiedene Methoden der Entspannung (z.B. Yoga-Tiefenentspannung, Fantasiereisen u.a.) kennen-lernen; Stille und Entspannung
als wohltuend und Kraft spendend erfahren; Verbesserung der Körperwahrnehmung, -haltung und -spannung; durch Einbeziehung von Körperhaltungen und -bewegungen und bewusster Atmung
ganzheitliche Lern-methoden - auch für andere Fächer - erschließen; Einübung von Methoden zum Ausgleich der beiden Körper- und Gehirnhälften; Vertiefung der natürlichen Bauchatmung und Aufbau
eines Grundwissens zur Bedeutung und Wirkung verschiedener Atemformen; Selbstregulierung von Emotionen (z.B. Angst) durch bewusste Atmung; Im Wechsel von Spannung und
Entspannung Energie sammeln und Konzentration aufbauen; im Körper „zuhause sein“ und zur Ruhe kommen können; durch Partner- und Gruppenübungen im Selbstvertrauen wachsen
und Sensiblität und Aufmerksamkeit für andere entwickeln; Stärkung personaler und sozialer Kompetenzen
3. K.E.K.S im Klassenraum: Übungen mit vier verschiedenen Zielrichtungen:
I. Sich lockern und entspannen II. Zur Ruhe kommen III. Offen und wach werden
IV. Kraft sammeln und Konzentration aufbauen
Hinweis: Im Buch "Lernfeld: Persönlichkeit" (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014) sind ca. 150 Übungen in den wesentlichen Punkten präzise beschrieben und mithilfe vieler Fotos veranschaulicht.
K.E.K.S ist eine geschützte Marke (Deutsches Patent- und Markenamt - Register-Nr. 30 2011 006 455).
Neu erschienen:
Mahinda Deegalle (Hrsg.): Dharmayatra - Festschrift zum 65. Geburtstag von Dr. Tampalawela Dhammaratana,
NUVIS-Editions, Paris 2022.
557 Seiten, 38 Aufsätze (Sprachen: Englisch, Französisch, Chinesisch, Singhalesisch, Deutsch);
Aufsatz Nr. 28, S. 391-416: Johannes Soth: Philosophen der Kyoto-Schule in ihrer Beziehung zu Meister Eckhart - Konfrontation und Faszination.
Die in diesem Aufsatz durchgeführten Untersuchungen zum übergreifenden Thema ›Der Mensch in Beziehung zum Absoluten‹ zeigen, dass sowohl die Philosophen der Kyôto-Schule als auch Meister Eckhart hervorragende Brückenbauer zwischen Ost und West sind. Es ist zu hoffen, dass im interreligiösen Dialog die jeweils unterschiedlichen Zugänge zum Einen in den beiden Religionen in ihrer Vielfalt erhalten bleiben, dass aber zugleich auch erkannt wird, wie sich die vorhandenen Gegensätze oftmals auf einer höheren Wirklichkeitsebene auflösen können: Einheit in Unterschiedenheit. Dann kann in den wesentlichen Punkten mehr Gemeinsamkeit ans Licht kommen als bisher angenommen wurde. Die coincidentia oppositorum und die Aufhebung der Subjekt-Objekt-Trennung wird in den folgenden Worten Meister Eckharts in ihrer wunderbaren Wirkung erklärt und zusammengefasst. Im In-eins-Fallen der Gegensätze kann der Geist in Ruhe verweilen. Die Unterschiede sind nicht ausgelöscht, sondern die Quelle tiefster Erkenntnis ist freigelegt.
Nû lose wunder! Welch wunderlich stân ûze und innen, begrîfen und umbegriffen werden, sehen und sîn diu gesiht, enthalten und enthalten werden: daz ist daz ende, dâ der geist blîbet mit ruowe in einicheit der lieben êwicheit.
Nhd.: »Lausche <denn> nun auf das Wunder! Welch wunderbares Stehen draußen wie drinnen, begreifen und umgriffen werden, schauen und <zugleich> das Geschaute selbst sein[Hervorhebung J. S.], halten und <zugleich> gehalten werden: das ist das Ziel, wo der Geist in Ruhe verweilt, der lieben Ewigkeit vereint.«
Meister Eckhart, Werke I (Bibliothek des Mittelalters), Texte und Übersetzungen von Josef Quint, herausgegeben und kommentiert von Niklaus Largier, Predigt 86,
S. 220, 7-10; nhd. Übersetzung: S. 221, 11-15.